Tests zu Smartphones und Tablet PCs

ASUS Eee Pad Transformer Testbericht - Tablet PC Test


Der Hype um die Tablet PCs ist in vollem Gange – und das wohl spätestens seit der CES 2010. ASUS war schon seit den Anfängen mit einem Gerät vertreten, wobei die Hardware Company damals noch auf ein, eher Smartbook-ähnliches, Tablet setzte. Dieses Tablet war ein moderner Ansatz zu einem Netbook, das mit einer ARM CPU (Central Processing Unit) und einem mobilen OS für optimale Batterielaufzeit daherkam und schon damals in einem verführerisch dünnen Gehäuse verpackt war. Leider wurde aus diesem innovativen Konzept nichts, da das Tablet auf Android 1.6 und einem Tegra 2 (system-on) Chip lief, welcher sich zu jenem Zeitpunkt, noch Monate vor seiner Serienreife befand. Mit dem Transformer sieht das jetzt allerdings schon etwas anders aus: In unserem Testbericht lesen Sie alles Wichtige über das Eee Transformer Tab!...

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(Bild: engadget.com)

Heute sieht das jedoch alles etwas anders aus. Der 1GHz Dual-Core Tegra 2 Prozessor wird endlich in großen Stückzahlen produziert, Google ist inzwischen bei Version 4 von Android (Ice Cream Sandwich) angekommen, was ja speziell für die hoch-aufgelösten Displays entwickelt wurde und ASUS hat nun begriffen, dass für einen mobilen Computer, ein Keyboard nicht unbedingt zwingend erforderlich ist. Nicht zwingend erforderlich – aber doch vorhanden!

Der Eee Transformer ist ein 10.1-Inch Honeycomb Tablet PC, der sich sowohl in den derzeitigen Trend, hin zu einem tastaturlosen Tab einreiht, zusätzlich aber auch mit einem optionalen Tastatur-Dock ausgeliefert wird, das den Eee Tablet PC unmittelbar in ein Netbook verwandelt. Bedeutet dies nun also, dass man 2 Geräte in einem bekommt? Das ASUS Eee Tablet wird in 2 Versionen ausgeliefert: Ein 16GB WiFi-only Modell und ein Keyboard-Dock Modell.

 

ASUS Eee Transformer Tablet - Hardware

Von außen betrachtet, ist das Erscheinungsbild des Eee Transformer Tabs eher unscheinbar. Eine einfache Glasplatte bedeckt das IPS LCD, die Front-Kamera, den Umgebungs-Lichtsensor, sowie die 18mm breite, schwarze Lünette, an den Seiten des Tablets. Dieses Arrangement wird zudem von einem Metallrahmen umhüllt, der einen zusätzlichen Schutz vor Stößen und Kratzern bietet. Die Stereo Lautsprecher befinden sich seitlich in den unteren beiden Ecken. Ein MicroSD Karten Steckplatz, ein Mini HDMI 1.3a Anschluss, eine kombinierte Audio In/Out Buchse, sowie der An-, Aus/Sperre Knopf und die Lautstärkeregler nehmen den Rest der Fläche, seitlich am ASUS Transformer Pad ein. An der Unterseite des Eee Tablets befinden sich die Konnektoren für das Keyboard-Dock.

 

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(Bild: engadget.com)

Der Power/Lock-Knopf und die Lautstärkeregler sind, gut platziert, an der rechten Schulter des Eee Pad angebracht. Diese Positionierung geht konform mit der Stelle, an der sich die linke Hand natürlicherweise hinbewegt, wenn das Tablet mit der rechten Hand gehalten wird. Wenn Sie jetzt natürlich Linkshänder sind, ist die Ergonomie nicht so hervorragend. Aber da Android Honeycomb ja unabhängig von der Ausrichtung des Tabs arbeitet, können Sie das Tablet um 180 Grad drehen und haben diese Knöpfe dann unten an der Hand.

 

Eee Tablet vs. Motorola Xoom vs. iPad 2 – Hardware & Design

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(Bild: engadget.com)

Die größte Konkurrenz für den Eee Transformer Tablet PC kommt derzeit von den beiden alten Bekannten: Apple’s iPad 2 und Motorola´s Xoom Tablet. Das Eee Tab ist merklich länger als diese beiden, mit ausreichend Platz an den Seiten, um das 1280x800 Display, beim Halten, nicht mit den Fingern zu verdecken. Des Weiteren wird diese gedehnte Länge auch dadurch gerechtfertigt, dass wenn das Tablet in das Keyboard-Dock gestellt wird, der ASUS Eee Tablet PC auch optisch schön mit dem Dock zusammenpasst. Das Eee Transformer verliert in diesem Zustand aber leider auch etwas von seinem mobilen Charakter.

Abgesehen von seiner, notwendigerweise größeren Länge, kann man das Eee Pad relativ gut mit dem iPad vergleichen – es hat ungefähr die gleiche Breite und die Gestaltung seiner Rückseite ist sehr ähnlich gehalten. Vergleicht man das Eee Transformer Tab mit dem Motorola Xoom, so stellt man fest, dass es auch hier, nahezu keinen Unterschied bezüglich der Breite gibt, allerdings ist das Motorola Tablet ein klein wenig schwerer.

Das iPad 2 ist spürbar leichter als die beiden, was auch die Handhabung des iPad 2 benutzerfreundlicher gestaltet. Der signifikanteste Vorteil des Eee Transformer Tabs, gegenüber dem Motorola Xoom, ist die intelligente Platzierung der Knöpfe und der Kamera – Die 5 Megapixel Kamera an der Rückseite des Tablets ist mittig in der oberen Hälfte der Abdeckung eingelassen und dadurch so stationiert, dass herumirrende Finger sie eher selten überdecken werden. Die Bedienbarkeit des Ein- und Ausschaltknopfs, hat sich ja bekanntermaßen und kurioser Weise zu einer, häufig vernachlässigten Thematik am Design der Tablet PCs herauskristallisiert. Dieses Problem wurde von ASUS vorbildlich gelöst.

Ein kleines Manko am ASUS Eee Tab ist jedoch das Fehlen einer Statusanzeige. Das Xoom blinkt sofort nach Aufmerksamkeit, sobald es z.B. ungelesene Emails gibt. Das Eee Transformer hingegen, wird in dieser Richtung nicht tätig. Die einzige Statusleuchte, die das ASUS Tablet bietet, ist die Ladeanzeige am Tastatur-Dock, welche aber außer dieser Funktion, keine anderen Aufgaben bewerkstelligen kann.

 

Interna: Prozessor, RAM, Anschlüsse, WiFi

Android OS ist nicht die einzige Gemeinsamkeit des Xoom und des ASUS Transformer Tablet. Beide Tablets sind mit einer NVIDIA Tegra 2 System-On-Chip CPU bestückt. Über diese leistungsstarke Dual-Core Lösung wurde bereits viel berichtet – sie war mit Abstand, die wohl heißeste Neuheit auf der CES 2011 – jedoch lässt die Hardware, bei der diese Technologie zum Einsatz kommt, bisher immer noch zu wünschen übrig. Es ist nicht ganz klar, wer oder was jetzt genau den durchschlagenden Erfolg des Tegra 2 gebremst hat, aber alles in allem sind die Möglichkeiten, die der Chipsatz zur Verfügung stellt, bei weitem noch nicht ausgereizt.

ASUS bringt sich mit 1GB RAM beim Eee Transformer zumindest in eine gute Ausgangssituation, das Potenzial der CPU effizient zu nutzen. Wahlweise 16GB oder 32GB interner Speicherplatz, eine 5 Megapixel Kamera an der Rückseite des Tablets, sowie eine 1.2 Megapixel Kamera an der Vorderseite des Handhelds, die vorher erwähnte MicroSD-Option, sowie ein paar sehr nützliche Anschlüsse am Keyboard-Dock (USB u. SD), vervollständigen den Anspruch auf Auslastung des NIVIDIA Tegra 2.

Die Stereo Lautsprecher funktionieren sehr gut. Wie leider aber bei den meisten mobilen Geräten, kommen auch beim Eee Tablet die typischen Mängel des Tablet PC Sound auf: seichte Bässe und flache obere Frequenzbereiche. Drahtlose Netzwerke über 802.11b/g/n werden unterstützt und funktionieren reibungslos am Eee Pad.

 

Akkulaufzeit beim ASUS Eee Transformer Tablet

Beim Härtetest von ASUS selbst (ein HD Video wird auf Schleife, bei einer Helligkeit von 70% abgespielt) wird eine Akkulaufzeit beim ASUS Transformer Tablet von ziemlich genau 10 Stunden angegeben.

Die Batterieleistung wurde auch von objektiven Testern ausgiebig getestet: Einen Tag lang gleichzeitig gebrowst, Bilder geknipst, Musik gehört, und ähnliches, all das zwingt die Batterie des Eee Transformer nicht großartig in die Knie. Ein 30-minütiger Video-Clip, der auf der BBC iPlayer Webseite angeschaut wurde, saugte 10% der Batterielaufzeit, obwohl die Helligkeit auf ansehnliche 70% eingestellt war. Dies deutet darauf hin, dass bei voller Ladung der Batterie, unter diesen Bedingungen, volle 5 Stunden Batterielaufzeit drin sind. Das ist von daher sehr beeindruckend, weil es sich hier um ein sogenanntes In-Browser Flash Video Streaming handelt, dem traditionellen Erzfeind der Batterielaufzeit von mobilen Tablets. Das Tastatur-Dock des Eee Transformer Tabs soll die Laufzeit um weitere 6 Stunden erhöhen.

Eine Sache, die bei Tablets oft übersehen wird, ist Ihre allgemeine Tendenz, aufrecht gehalten werden zu müssen, um die Leistungsfähigkeit der Batterie voll auszuschöpfen, was beim Anschauen von Filmen zu einer echten Herausforderung werden kann. Für den Filmeliebhaber sind daher das robuste Scharnier des Keyboard-Docks, sowie die extra Kapazität an Batterielaufzeit, ein echter Pluspunkt, im Hinblick auf variable Betrachtungswinkel und ausreichend Akkulaufzeit. Super Ding, das!

 

 

ASUS Eee Transformer - Das Keyboard Dock!

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(Bild: engadget.com)

Es gibt 2 gute Gründe, weshalb das optionale Keyboard Dock des Eee Transformer Tablet, einen echten Mehrwert darstellt. Auf der einen Seite wollten wir ja alle, schon immer ein Tablet haben, mit dem man produktiv arbeiten kann. Das Fehlen einer physikalischen Tastatur und die Abwesenheit eines SD Karteneinschubs waren bisher die Hürden, an denen dies bisher scheiterte. Das Eee Transformer Tablet räumt in dieser Hinsicht, mit seinem Keyboard-Dock, nun ganz klar den ersten Platz ab – und ja! Es gibt den SD Kartensteckplatz. Und noch besser: Es gibt sogar zwei USB 2.0 Anschlüsse am Keyboard Dock!

Unter Einsatz des Docks verwandelt sich das Transformer Tab regelrecht in ein Netbook, was uns jetzt zum 2. positiven Aspekt des Keyboard-Docks kommen lässt: Der Touchscreen-Effekt. Wie oft, hat man sich schon gewünscht, dass das praktische Netbook noch um einiges komfortabler wäre, hätte es doch nur einen Touchscreen. Kein lästiges Navigieren auf einem, viel zu engen Touchpad und kein umständliches Suchen der, von noch enger konzipierten Pfeil-Tasten. Auch hier bietet das Eee Transformer Tablet in Kombination mit seinem Keyboard Dock, die geniale Lösung.

Zudem lassen sich auf dem Eee Transformer auch 1080p Videos abspielen – ein weiteres Defizit, das vielen anderen Netbooks anhängt. Also, egal ob Sie jetzt das Keyboard-Dock lediglich als Erweiterung der Möglichkeiten Ihres Tablets sehen oder als eine geniale Weiterentwicklung des Netbooks, das Keyboard-Dock des Eee Transformer Tabs ist eine feine Sache.

 

Die Tasten fühlen sich robust und griffig an, sind angenehm zu bedienen und bieten nahezu keinen Wiederstand beim Schreiben, obwohl das Keyboard selbst, stabil konstruiert ist. Eine Doktorarbeit schreibt man dann vielleicht doch lieber an einem richtigen Rechner, aber das Keyboard stellt doch eine echte Hilfe dar, gegenüber einer reinen Touchscreen Tastatur. Der einzige wirkliche Haken an dem Keyboard-Dock sind die extrem verkürzten Umschalttasten (Shift). ASUS hat in der Vergangenheit schon oft die Breite der rechten Umschalttaste schrumpfen lassen, um die Pfeiltasten etwas näher anzurücken. Das hat bei den ASUS Notebooks schon genervt und beim Transformer Keyboard Dock nervt es ebenfalls. Es ist ein Kompromiss, der in dieser Art und Weise eigentlich nicht gemacht werden muss.

Wohlwollend muss wiederum bemerkt werden, dass es auch ein paar äußerst hilfreiche Shortcut-Tasten gibt: Musik Playback Steuertasten, Entsperrungstaste, sowie Home- und Suchfunktionstasten, welche einem das Tablet-Leben erheblich erleichtern. Wenn man sich mit der Positionierung und der Funktionalität der Shortcuts vertraut macht, kann man regelrecht durchs Android UI fliegen, welches ja ansonsten eher Touch-orientiert ist.

 

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(Bild: engadget.com)

Das Touchpad fällt nicht gerade groß aus, aber es nutzt den verbleibenden Platz unter der vollwertigen Tastatur recht effizient und spricht im Allgemeinen sehr gut an. Man könnte fast sagen, dass es sogar ein bisschen zu gut reagiert, da der Mauszeiger doch relativ flott durch die Gegend gleitet. Der Mouse Button funktioniert auch gut. Ein Klick auf seine linke Seite hat denselben Effekt wie ein Tap auf den Screen, wohingegen ein Klick auf seine rechte Seite wie ein Rückgängig-Befehl ausgeführt wird.

ASUS hat ein zudem ein OTA (Off-The-Air) Firmware Update für das Transformer Tablet veröffentlicht, welches Multitouch Gestikulierungen auf dem Trackpad des Eee Tabs ermöglicht. Beim Surfen kann man mit zwei Fingern die Seite nach unten scrollen, diesen Befehl seitlich am Home-Screen angewandt, führt einen durch die Panels. Zudem können scrollbare Widgets, wie z.B. Google’s Android Market oder YouTube Widgets, mittels des Touchpads durchforstet werden. Die Gestikulierungen funktionieren zuverlässig und wurden sinnvoll implementiert.

 

Display des Eee Transformer

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(Bild: engadget.com)

Als ASUS den Preis für das Eee Transformer Tablet festlegte (Deutschland ca. 500 Euro), fingen die Spekulationen an, ob ein 10.1-Inch IPS (In Plane Switching) Flüssigkristallbildschirm, für diesen Preis überhaupt wirtschaftlich machbar ist, umso mehr wenn man bedenkt, was in dem Tab sonst noch so an technischem Knowhow steckt. Das Display ist wirklich ansehnlich - Ein hervorragendes Bild mit ordentlicher Saturierung, das selbst bei dem von ASUS angegebenen, maximalen Betrachtungswinkel von 178-Grad, eine lebendige Darstellung bietet. Bei extremen Neigungswinkeln geht etwas Helligkeit verloren, aber es ist ein echtes IPS Display, ohne Frage.

 

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(Bild: engadget.com)

Nichtsdestotrotz gibt es 2 mangelhafte Punkte am Display des Eee Transformer Tablets. Erstens, wie oben auf dem Bild zu erkennen ist, ist der Abstand zwischen dem äußeren Schutzglas und dem eigentlichen IPS Panel relativ groß, was bei steileren Betrachtungswinkeln zu einer Minderung der Qualität der Darstellung führt. Zweitens, und das ist der gravierendere Punkt, ist die Spiegelung der Glasoberfläche, z.B. bei Benutzung des Tablets bei hoher Sonneneinstrahlung, extrem stark. Kaum verlässt man das Haus, kommt der Tablet PC fast schon einem Spiegel gleich. Das Reflexionsvermögen des spiegelglatten Bildschirms ist extrem hoch, selbst wenn kein direktes Sonnenlicht auf das Tablet trifft. Dieser Tatbestand macht, bei starker Lichteinstrahlung, all die positiven Aspekte des Displays des Eee Transformer wieder zunichte. Was bringt eine wunderschöne Grafikdarstellung, wenn man dann sowieso nichts sieht?

Fairerweise sollte hier angemerkt werden, dass das iPad – das einzige ebenbürtige Tablet, welches ebenfalls ein IPS Display hat – auch nicht besonders gut mit starkem Sonnenlicht zu Recht kommt. Dies ist wohl ein Zustand, den der IPS Fan derzeit einfach hinnehmen muss. Alles in Allem ist der Screen des Eee Transformer Tablets aber dann doch, in seiner Güteklasse, über dem Standard eines LCD Displays des Motorola Xoom anzusiedeln. Die Outdoor-Performance ist bei einem Tablet PC dann wiederum auch nicht der allerwichtigste Faktor.

 

Kameras am Eee Transformer Tablet

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(Bild: engadget.com)

Die gute Nachricht? ASUS hat ein Paar echt gute Kameras ins Eee Tablet gebaut. Die gelieferten Resultate können sich wirklich sehen lassen. Die schlechte Nachricht? Ein Tap auf den Auslöser wird gefolgt von einem, fast 2 Sekunden langem – Gar Nichts -, bevor dann endlich die Aufnahme stattfindet; die Software zur Bildnachbearbeitung vermurkst die Farbsättigung und produziert unnatürliche Farben; die Videoaufnahmen sind durchweg am Hängen und verlieren Frames; und dieser bezaubernde grüne Screenshot da oben ist nicht eine Hommage an Android, sondern eine zerschossene Kamera App. Beim Bilder aufnehmen benötigt das Eee Pad einfach viel zu lange um auszulösen. Es ist unerklärlich, wie das HTC Flyer zeitnah Bilder knipst, während das ASUS Tablet nicht einmal ein langsam vorbeifahrendes Londoner Taxi festhalten kann.

Die Farbtiefe der Aufnahmen mit dem Transformer Tablet, ist nicht gerade beeindruckend. Kurz gesagt, die Bilder spiegeln einfach nicht das wider, was man tagsüber so angepeilt hat. Abwechselnd über- oder unterbelichtet fühlt es sich fast wie ein Tritt in die Magengrube an, sieht die Vorschau im Sucher doch um einiges besser aus: Dort bleibt die Schärfe, selbst bei voller Auflösung, erhalten und extrem kleine Details kommen noch zur Geltung. Warum hat ASUS zu so einer guten Hardware so eine schwache Software gebastelt? Keiner weiß es.

 

Software – Widgets und Apps des Eee Transformer

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(Bild: engadget.com)

Mehr Zuversicht machen allerdings die kleinen, hauseigenen Modifikationen an Honeycomb, die fast allesamt zur Verbesserung des UI beitragen. ASUS hat dem Transformer Tablet 3 eigene Widgets mit auf den Weg gegeben und alle 3 sind gut gelungen.

Der Wetter-Monitor integriert sich hervorragend in den Standard Wolken-Hintergrund, so trickreich sogar, dass die Wetter Animationen teilweise mit dem Hintergrund verschmelzen. Lustig!

Das Mail Widget ist lediglich ein kleiner Reiter, der die Anzahl der ungelesenen Nachrichten anzeigt, mit einem Link zum Posteingang. Da fragt man sich, warum man bei Google (Android) eigentlich noch nicht auf so eine nützliche Idee gekommen ist. Und Last but not Least, das Eee Transformer Date Widget welches den Tag und die Uhrzeit anzeigt, zwar die Verlinkung weglässt, dafür aber ebenfalls die Betonung auf die klare Präsentation von Information legt.

Jedem dem das 16GB Transformer Tablet ein klein bisschen zu wenig Speicherplatz bietet, wird wohl die ASUS WebStorage Option zu schätzen wissen. ASUS WebStorage beinhaltet neben simpler Cloud Speicherung, zudem die Möglichkeit, seinen Desktop, zu Hause oder bei der Arbeit, fernzuwarten – vorausgesetzt die entsprechende Software ist auf dem entsprechendem Rechner installiert. Diese zusätzlichen Features könnten sich in Zukunft als äußerst nützlich erweisen. Insbesondere in Kombination bei Datentransfer von, und zu USB Geräten, sowie mit großen digitalen Speichermedien.

 

Das Android Honeycomb UI lagt!

Ein allgegenwertiger Mangel an Reaktionsfähigkeit zieht sich durch das gesamte Transformer Android UI. Abgesehen von den Verzögerungen, die öfters auftreten, wenn die ein, oder andere Funktion ausgelöst werden soll, kommt es zu besorgniserregenden Situationen, an denen überhaupt kein Input registriert wird. Der Benutzer befindet sich dann vor 3 möglichen Szenarios: 1. Das Tablet könnte lediglich hängen. 2. Die Eingabe wurde vom OS nicht registriert, oder 3. Die Gestikulierung war, physikalisch gesehen, zu schwach. Solche Unsicherheiten tragen ganz bestimmt nicht zu einem prickelnden Benutzer-Erlebnis bei.

Vieles deutet aber leider darauf hin, dass es Honeycomb selbst ist, was diese Störungen verursacht. Android Honeycomb ist noch immer nicht zu 100% ausgereift. Um genau zu sein ist das open-source OS noch ein gutes Stück von einem fertigen Produkt entfernt. Einige Apps sind absolut perfekt programmiert, wohingegen manche Schnittstellen, die zwischen den Apps und dem OS kommunizieren - und somit eigentlich Teil dessen sind -, zu zögerlich ansprechen oder sonst irgendwie buggy sind.

Schauen wir uns die Dinge der Reihe nach an, angefangen mit den guten Parts: Die Musikwiedergabe auf dem Eee Transformer oder irgendeinem anderen Honeycomb Tablet ist fließend, nahtlos und ohne Schwierigkeiten. Auch das Stöbern in der Musik-Bibliothek ist ein 3D Erlebnis par Excellance. Google Maps wird ebenfalls einwandfrei ausgeführt und nutzt die Möglichkeiten des Tegra 2 Chips optimal aus, was zu einer ausgezeichneten Google Maps Performance beiträgt. Auch Gmail zeigt sich von seiner besten Seite, insbesondere wenn man die schönen, großen Auflösungen der Tablets mit in Betracht zieht.

Beim „Zuletzt benutzte Apps“- Button fangen die Probleme dann aber auch schon an. Die Idee ist an sich genial. Die Funktion zeigt eine Liste der geöffneten Apps, inklusive eines Textreiters, sowie das Icon der App – Aber warum werden nur 5 Apps auf einmal angezeigt, warum ist die Liste nicht scrollbar und warum können keine Apps, z.B. durch gedrückt halten geschlossen werden? Der Button ist allgegenwärtig im gesamten Android OS, gibt einem aber keine wirkliche Kontrolle über die Apps, man kann sie nur anschauen oder anwählen – nicht mehr.

Richtig hässlich wird es dann wenn es um den „Lag“ von Honeycomb OS geht. Wie bereits vorher erwähnt, hat das Eee Transformer Tablet, die unschöne Angewohnheit, gelegentlich nicht auf Taps zu reagieren, was das Tablet-Erlebnis ernsthaft zum Negativen hin beeinflussen kann. Nicht das es unweigerlich irritiert oder das es überaus gravierend aufträte, sondern die Tatsache, dass der Lag dauerhaft präsent ist, ist ärgerlich. Das Tablet reagiert durchweg einen Tick zu spät – Schon vom ersten Moment an kommt es einem so vor, als ob das Eee Transformer den Eingaben im Android hinterherhinkt.

Die Übergänge zwischen den Home-Screens sind größtenteils fehlerfrei und fließend, wohingegen die Neuorientierung beim hin- und herschalten zwischen Portrait- und Landscape Modus, etwas zu langsam von Statten geht und die Animation dabei manchmal etwas ruckelig ist. Insgesamt kann die Performance des Eee Transformer Tablets als akzeptabel eingestuft werden. Für einen Tablet PC allerdings, der mit einem Dual-Core Superchip ausgestattet ist, ist sie nicht unbedingt berauschend. Dieser Kritikpunkt trifft aber auch auf das Motorola Xoom zu.

Zugegebenermaßen sollte man die Kinderkrankheiten von Android OS auch nicht unbedingt zum Anlass nehmen, sich kein Android Tablet zu kaufen. Falls Sie aber eines kaufen, tun Sie sich selbst den Gefallen und schauen sich niemals ein iPad 2 an. Der Unterschied in Bezug auf die Reaktionszeit ist beachtlich!

 

Browser App beim Eee Transformer

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(Bild: engadget.com)

Die Internet Browser Performance auf dem Eee Transformer ist überdurchschnittlich – Die Gestikulierungen funktionieren einwandfrei. Verwirrend wird es dann leider, wenn der Browser versucht einzelne Seiten neu zu arrangieren, um Texte besser auf dem Bildschirm zu präsentieren. Formatierungen scheinen da willkürlich angelegt zu werden und die Erkennung einzelner Abschnitte ist eher ungeeignet, als das sie denn hilfreich ist. Eher positiv, ist dann allerdings die Video Wiedergabe beim browsen, welche vom Eee Transformer Tablet durchweg tadellos gemeistert wurde. Ob die Apple Tablets jemals Flash zur Verfügung stellen werden, bleibt dahingestellt.

 

Zusammenfassung – Android Tablet Eee Transformer

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(Bild: engadget.com)

Bis dato gibt es eigentlich nur 2 gute Honeycomb Tablets: Das ASUS Eee Transformer Tablet und das Motorola Xoom. Aber eines ist gewiss: Das Transformer ist das Beste Android Tablet, das bisher den Markt beglückt. Der Bildschirm des Transformer Tabs ist dem des Xoom, ohne Frage überlegen. Die wichtigsten technischen Spezifikationen der beiden Tablets sind nahezu identisch, aber das Eee Tablet bietet gegenüber dem Xoom ein interessantes Zusatzfeature: Das Keyboard-Dock!

Mit einem Verkaufspreis von ca. 500 € ist es zudem ca. 100 € günstiger als das Motorola Tablet und stellt deshalb, ganz klar, die bessere Wahl dar. Unglücklicherweise wird es noch von unangenehmen Fehlern im Android OS begleitet – manche gravierend, manche weniger schlimm. Aus diesem Grund können die Android Tablets, den Apple Geräten, zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht das Wasser reichen, aber das ASUS Eee Transformer Tablet stellt eine attraktive Alternative zu den Apple Geräten dar.

 

Nachtrag: Seid kurzem ist das neue Android OS erhältlich. Es ist davon auszugehen, dass auch das Asus Eee Pad Transformer Tablet ein Uppdate erhalten wird und die gesamte Software Performance dadurch verbessert wird. Hier die Neuerungen von Android Ice Cream Sandwich: Android 4.0 Features.

 

 

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